Winterschutz

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Auf dieser Seite werden passive und aktive Winterschutzarten vorgestellt, welche an Palmen- und Bananenpflanzen angebracht werden. Diese sind Beispiele, die in der Region Ammerland eine erfolgreiche Überwinterung erreichen können. In anderen Regionen Deutschlands kann ein aktiver Winterschutz, auf Grund der klimatischen Bedingungen erforderlich sein. Die Informationen zum Thema Winterschutz werden stetig aktualisiert und erweitert.

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Winterschutzgrundlagen

Der Winterschutz ist in Deutschland in jedem Winter unerlässlich. Ohne diesen Schutz können exotische Pflanzen die kalten und lichtarmen Monate in unseren Breiten nicht ohne Schäden überleben. Aussagen einiger Verkäufer, dass die verkaufte Palme doch winterhart bis -18°C sein soll und auch aus diesem Grund nicht geschützt werden braucht, sind nur ein Verkaufsargument und entsprechen nicht der Wahrheit. Vor der Anschaffung einer exotischen Pflanze sollte man sich im klaren sein, dass im Winter auch ein Schutz erforderlich ist und dieser auch den Sommer über gelagert werden soll bis zum nächsten Einsatz. Desweiteren sind Wetterbeobachtungen der Temperaturverhältnisse in den vergangenen Jahren und klimatische Informationen über den jeweiligen Wohnort, oft hilfreich und entscheident wie und wann geschützt werden sollte. Wie der Schutz aufgebaut und ausgestattet sein soll, ist individuell jedem selbst überlassen. Manchmal erreicht man mit einfachen Mitteln ein ebenso gutes Schutzergebnis, wie mit aufwändigen und kostspieligen. Wobei nicht entscheident ist wie teuer ein Schutz gestaltet wurde, sondern wann dieser angebracht und wie effektiv dieser die Pflanze geschützt hat. Ebenso sollte nicht nach dem Kalender geschützt werden. Winterbeginn ist im Dezember und oft waren im November schon Frostnächte und starke Wintereinbrüche, welche dann schon so manche Schäden verusacht haben. Eine Beobachtung der Wettervorhersagen ist auch oft hilfreich.

Winterschutzarten

Welchen Schutz die jeweilige Pflanze benötigt sollte man an Hand von Wetteraufzeichnungen der vergangenen Winter ermitteln und an den Informationen welche Minimumtemperaturen die Pflanze an ihrem Abstammungsort ertragen muss. Wobei dies als Richtwert nicht immer zutreffend ist, da die klimatischen Verhältnisse am Naturstandort nicht gleichzusetzen sind mit denen die in unseren Breiten herschen. So sind Fiederpalmen wie Jubaea chilensis oder Butia capitata in unserem Klima fast nur mit aktiven Winterschutz ohne Schäden über den Winter zubegekommen. Bei den Fächerpalmen wie Trachycarpus fortunei oder Trachycarpus wagnerianus reicht oftmals ein passiver Schutz aus. Palmen die im Mittelmeerraum beheimatet sind, wie zum Beispiel die Chamaerops- und Phoenixarten, sind ebenfalls mit aktiven Schutz besser bzw. ohne Schäden durch den Winter gekommen. Richtwerte können aber auch durch Klimaveränderungen aufgehoben werden. Sind in den vergangenen Wintern die Temperaturwerte nicht unter die -15°C gefallen, reicht ein passiver Winterschutz oft aus. Der Unterschied des passiven Schutzes liegt darin, dass keine zusätzlichen Wärmequellen wie Heizkabel, Glühlampen, Grabkerzen oder Lichterschläuche verwendet werden. Diesen Aufwand eines aktiven Schutzes benötigt man in Gegenden in denen die Temperaturen bis an die -20°C und tiefer fallen. Ohne Schutzmassnahmen ist das Risiko des erfrierens bis hin zum absterben der Pflanze recht hoch. Es gibt aber auch einige Yucca-, Kakteen- und Agavenarten die nur mit einem Passivschutz ohne weiteres die Winter hier in Deutschland überleben. So lange diese komplett trocken im Freiland überwintert werden. Eine mit Folie oder Glas als Abdeckung  versehene Konstruktion reicht oft schon aus. Bei Bananenpflanzen ist auf Grund der geringen Temperaturtolleranz ein Schutz immer anzubringen. Wobei hier wieder entscheident ist in welchem Klima diese ausgepflanzt ist. Die Scheinstämme können wohl ein Minimum an Frost ertragen. Die Blätter sind meist schon geschädigt, wenn die Nachtemperatur kurzfristig unter die 0°C fällt. Ein aktiver Schutz ist hier im Ammerland auf Grund der Nähe zur Nordsee an einer Trachycarpus fortunei nicht nötig. Sollten andere Palmen wie zum Beispiel die Brahea armata ausgepflanzt werden, ist ein aktiver Schutz ratsam.

Der passive Winterschutz besteht meist nur aus einer Schicht Rindenmulch. Dieser wird in einem grossflächigen Radius um die zuschützende Pflanze aufgehäuft. Die Höhe sollte ein minimum von 20 cm erreichen um das Erdreich frostfrei zuhalten. Ein Regendach, welches das Eindringen von Feuchtigkeit ins Wachstumszentrum verhindert, ist auch ratsam. Oftmals kam es zu Winterrändern an dem Neuaustrieb der Palme, da dieser Schutz fehlte. Bei Palmen ist es auch ratsam die Blätter nach oben zusammen zubinden. Mit den Papperollen auf denen Klopapier befestigt ist habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die Rollen werden einmal längs aufgschnitten und das Palmenblatt etwas gefaltet. Die Papprolle vom Stiel zur Blattmitte ziehen und mit Klebeband fixieren. So verhindert man auch, dass die Palmenblätter ohne dieses Hilfsmittel zusammen gequetscht werden und im Frühjahr unansehnlich wirken. Diese Idee hatte Volker Bartling aus Braunschweig, der schon seit Jahren exotische Pflanzen pflegt. Nun werden die Blattstiele noch zusammen gebunden. Über die Blattmasse kann nun ein Jutesack gezogen werden. Dieser schützt die Blätter noch zusätzlich vor Frost. Um die Stammbasis kann ebenfalls ein Jutesack oder eine Decke gebunden werden. Sollten die Temperaturen weiter fallen, kann man die Seitenteile der Konstruktion die den Regenschutz hält, mit Folie bespannen. Ich benutze dafür Baufolie. Diese ist dicker und reist nicht so schnell. Eine Fixierung der gesammten Konstruktion ist auch ratsam, da auch im Winter Stürme auftreten können und dem Ganzen mehr halt bietet. Sollte die Umbauung komplett geschlossen werden, ist es ein Muss für eine ausreichende Luftzyrkulation zusorgen. Denn die mit Folie bespannten Seitenteile wirken tagsüber wie ein Treibhaus in dem sich viel Feuchtigkeit ansammeln und zur Schimmelbildung führen kann. Eine weitere Variante ist der Schutz mit Styropor. Dieser kann auf das gebrauchte Mass zugeschnitten werden und ist von Jahr zu Jahr erweiterbar. Wobei eine Plattenstärke von mindestens 60 mm erforderlich ist, um den gewünschten Effekt der Wärmedämmung zuerzielen. Der Nachteil bei dieser Schutzmethode liegt in der Lagerung über den Sommer bis hin zum Herbst. Nicht jeder hat ausreichend Platz um die Platten zuverstauen. Eine Kompination aus Folie und Styroporplatten würde ich ebenfalls in Erwägung ziehen. Die Platten werden zugeschnitten und in den Zwischenraum der Seitenwände gesteckt. Die Seitenwände sollten dann allerdings vom Aufbau her als Einzellmodule gebaut sein. So kann man diese Platzsparend lagern und mit Winkelmetall jedes Jahr neu verbinden. Eine noch einfachere Methode ist das überziehen der zu schützenden Pflanze mit einem BigBag. Diese werden im Internet für kleines Geldangeboten. Voraussetzung bei dieser Schutzart ist, dass die Pflanze einen Stamm von mindestens 50cm hat. Um Luft zwischen Pflanze und dem Gewebe des Bags zuschaffen, baut man aus Dachlatten ein Kreuz. Dieses wird auf eine Dachlatte geschraubt, welche mit Kabelbindern am Stamm einer Palme befestigt wird. Den BigBag dann einfach über das Kreuz ziehen und unten wieder mit Kabelbindern verschliessen. Bei Temperaturen im positiven Bereich kann dann der BigBag wieder geöffnet und abgenommen werden. Für welche Art man sich entscheidet, ist jedem selbst überlassen. Spielraum für Neues und Inovatieves wird es immer geben. Wichtig ist, dass Ergebnis im Frühjahr.

Der aktive Winterschutz ist von dem passiven nur darin zu unterscheiden, dass hier Wärmequellen zum Einsatz kommen. Diese können aus einem mit Temperaturfühler gesteuerten Heizkabel, einem Lichterschlauch, einer Grabkerze oder einer Glühlampe bestehen. Auch Heizlüfter können je nach Grösse des umbauten Raumes und der zuschützenden Pflanzenart zum Einsatz kommen. Die Heizkabelmethode wird oft bei Olivenbäumen angewand. Wobei das Kabel schon bei der Pflanzung mit in das Substrat eingearbeitet wird. Bei Palmen kann dies auch gemacht werden. In kälteren Regionen kann ein umwickeln der Stammbasis mit einem Lichterschlauch auch ausreichend sein. Wobei darauf zu achten ist, das sich im Lichterschlauch als Heizquelle keine Dioden befinden sondern Glühlampen. Nur diese erziehlen die Wärme. Dieser kann zum Beispiel mit einer Zeitschaltuhr so eingestellt werden, wie es erforderlich ist, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zutreiben. Eine Grabkerze kann in kleinen Winterschutzkonstruktionen ausreichend und kostensparender sein. Zum einen brennen diese mehrere Tage und sind in der Anschaffung recht preiswert. Vorsicht ist natürlich immer wichtig bei offenen Feuer. Die Dämmmaterialien an der zuschützenden Pflanze sollten einen Sicherheitsabstand zur Wärmequelle haben. Ein gelegentliches Kontrollieren ist in jedem Falle ratsam. Auch zu dieser Schutzart werden immer mehr Artikel im Handel angeboten und auch hier gilt, das Ergebnis ist das Wichtigste.

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Winterschutzaufbau der Musa basjoo

Diese Bananenart kann ohne grosse Mühe auch in unserem Klima die Winter im freien überstehen. Natürlich nicht ohne Schutz. Dieser sollte den geographischen und klimatischen Verhältnissen angepasst sein. Ein Exotenfreund von mir aus der Nähe von Freiburg im Breisgau umbaut seine ausgepflanzten Bananen sehr sporadisch mit einem Gewächshaus welches im Frühjahr für das Heranziehen von Tomaten gedacht war. Die Scheinstämme sind jedes Jahr sehr gut erhalten und oftmals trieb die Banane, auf Grund der im Frühjahr höher stehenden Sonne, schon im Februar wieder neues Blattwerk. Hier im Nord-Westen Deutschlands ist dieser Schutz nicht ausreichend und sollte etwas aufwändiger gestaltet sein. Winterschutzarten für die Musa basjoo gibt es viele. Ich dokumentiere hier eine Methode mit der ich sehr gute Erfahrungen gemacht habe.

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Nach dem im Herbst der erste Frost in den Garten gezogen ist, wird man feststellen, dass die Blätter der Musa basjoo Schäden aufweisen. Die Blätter können keinen Frost vertragen und verfärben sich unansehnlich Braun. Die Scheinstämme vertragen allerdings einige Minusgrade. Wobei diese nicht zu tief sinken sollten, da die Stämme immer noch viel Wasser in den Segmenten tragen und wenn dieses gefriert, platzen die Stämme auf und verfaulen.

Musa basjoo nach dem ersten Frost

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Der Winterschutzaufbau ist recht einfach. Man baut aus Dachlatten ein Gerüst bezieht die Seiten mit Folie. Ich benutze dafür Baufolie, da diese stärker ist und nicht reist. Die Folie kann mit Schrauben und Unterlegscheiben oder mit Tackerklammern befestigt werden. Einen Deckel habe ich in der selben Bauweise erstellt. Den “Bananenkasten” kann man so jedes Jahr wieder benutzen und muß nicht jedes Jahr einen neuen bauen. Nun geht es der Banane an die Blätter. Diese werden an der Basis mit einem sauberen Messer abgeschnitten und nicht entsorgt. Man kann diese gut als Füllmaterial verwenden. Sollten die Stämme höher sein wie der Winterschutz, so sind diese auch in einer passenden Höhe einzukürzen. Die Musa basjoo treibt im folgenden Jahr aus diesen wieder aus und wird im Laufe der warmen Monate schnell wieder an Höhe zunehmen.

Musa basjoo nach dem Blattabschnitt

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Als nächsten Schritt bereite ich das Beet für die Füllmasse vor. Ich lege im Frühjahr immer eine Schicht Lavamulch auf den freiliegenden Boden auf. Zum einen trocknet der Boden nicht so schnell aus und hält die Wärme besser, zum anderen ist der Unkrautwuchs etwas eingedämmt. Ich benutzte erst Rindenmulch. Musste dann aber feststellen, dass Vögel gern in diesem nach Würmern suchen und den Mulch auf den Rasen verteilten. Durch den Lavamulch habe ich dieses Problem nicht mehr.

Beetvorbereitung für den Winterschutz

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Nun kann der “Bananenkasten” aufgestellt werden. Dieser wird von oben über die Scheinstämme gehoben. Der Winterschutz ist so gebaut, dass dieser zwischen die Klinkersteine passt. Zum einen erhält der Winterschutz etwas mehr Halt vor zu starken Winden, zum anderen verteilt sich die Füllmasse nicht unkontrolliert auf der Rasenfläche.

Innenansicht des Winterschutzes

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Nun kann das Innere befüllt werden. Als Unterschicht nehme ich immer einen Sack Rindenmulch “fein”. Diesen verteile ich durch die obere Öffnung locker um die Stämme und häufe so die erste Schicht an. Dann kommen die Bananenblätter etwas klein geschnitten auf die Mulchschicht. Als letzte Schicht kommen nun alle abgefallenen Blätter, die mein Garten her gibt in den Bananenkasten. Dabei sind Apfelbaum, Wein, Acer und Bambusblätter. Auch der Astrückschnitt von Apfelbäumen eignet sich hervorragend als Dämmmaterial. Diesen häcksel ich vorher klein. Nicht geeignet sind Eichenblätter, da diese Säure enthalten, welche die Scheinstämme angreifen können. Das Laub nun schön fest in den Turm drücken. Man kann ruhig etwas stärker die Laubmasse zusammen drücken, so dass keine Hohlräume entstehen. Durch den Verrottungsprozess des Laubes entsteht Wärme die nun die Scheinstämme schützt.

Innenansicht mit Füllmaterial

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Etwas Laub lagere ich in Müllsäcken um es bei Bedarf nach zu schütten, da die schon angehäufte Laubschicht noch etwas nachsacken wird. Dann kommt der selbstgebaute Deckel drauf. Dieser liegt leicht schräg auf dem Winterschutz. So kann Kondenswasser an den Seiten ablaufen und tropft nicht ins Innere des Schutzes. An Frostfreien und trockenen Tagen öffne ich den Bananenkasten. So kann Kondenswasser verdunsten, welches sich auf Grund der Wärmeentwicklung bildet und es wird vermieden das die Scheinstämme faulen oder schimmeln. Damit der Deckel nicht vom Wind weg geweht werden kann, beschwere ich die Ecken mit Steinen.

Winterschutz für die Musa basjoo


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Eine zusätzliche Wärmequelle in Form von Heizkabeln oder Lichterschläuchen verwende ich nicht. Sollten klare Nächte mit tiefen Minusgraden vorhergesagt werden, ziehe ich noch einen BigBag über die Konstruktion. Dieser ist aus einem geflochtenen Kuststoff und schützt vor dem Kahlfrost, welcher in solchen Nächten auftritt. Im nächsten Jahr (März oder April) wird das Füllmaterial wieder entfernt. Da wie schon oben beschrieben die Blätter keinen Frost vertragen, bleibt die Konstruktion bis Anfang Mai stehen. Zum Teil habe ich so schon vorgezogene Blätter an der Musa basjoo. Der Winterschutz wirkt in der Frühlingzeit wie ein Treibhaus.

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Nach dem Winter 2011/2012

Im April habe ich damit begonnen das Füllmaterial wieder zu entsorgen. Der obere Teil der Scheinstämme war nach dem Entfernen des Laubes doch recht vom Frost gezeichnet. Die Stämme waren matschig und aufgeplatzt. Nach dem ich den Winterschutz komplett abgebaut hatte inspizierte ich die Scheinstämme und fühlte mit den Fingern am Stamm das noch intakte Gewebe. Bis zu dieser Basis schnitt ich die Stämme herunter.

Musa basjoo nach dem entfernen des Winterschutzes

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Bis zum Monat Mai kamen doch noch ein paar Nächte mit Nachtfrost. In dieser Zeit wurde nur die Konstruktion aufgestellt und schützte die Neuaustriebe.

Neuaustrieb im April

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Abschließend kann ich berichten, dass diese Winterschutzmethode für den Standort ausreichend ist. Zumal die Tiefstwerte im Februar bis an die -15,5°C – Grenze gingen.


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Winterschutzaufbau der Trachycarpus wagnerianus

Die Trachycarpus wagnerianus ist eine Palmenart die auch in unserem Klima recht gut wächst und auch die Winter übersteht. Wobei dies ohne Schutz nicht möglich ist. Der Winter 2011/2012 hat uns wieder einmal gezeigt, wie tief die Temperaturen fallen können. Als Tiefstwert hatte ich -15,5°C, welche ausgereicht haben einige weniger geschützte Palmen Blattlos werden zulassen. Meiner Meinung nach geht es nicht ohne Schutz. Wie intensiv dieser geführt wird bleib jedem selbst überlassen, da jeder Exotenfreund andere Klimaverhältnisse hat.

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Im November beginne ich damit, dass Lavamulchmaterial von den Beeten zuentfernen. Dieses lagere ich in Maurerkübeln und verwende es in der kommenden Saison wieder. Alte abgestorbene Blätter werden entfernt.

Trachycarpus wagnerianus im November

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Um mehr Rindenmulch auf die zu schützenden Wurzeln im Erdreich zubringen, erhöhe ich das Beet mit Brettern welche ich so zugeschnitten habe, dass diese stramm in das Beet gesteckt werden.

Beetvorbereitung für den Winterschutz

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Nun beginne ich damit den Rindenmulch aufzuschichten. Als Höhenmaß nutze ich die obere Brettkante und häufe den Mulch schräg zur Palme an. Das Material kann ruhig fest angedrückt werden.

Trachycarpus wagnerianus mit Mulchschicht

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Bei zuerwartenden Temperaturen unterhalb der -6°C schütze ich zusätzlich die Blattkrone mit einem Jutesack. Die Blätter können platzsparend zusammen gebunden werden und dann den Sack darüber. Es kann auch ein Vließ oder ähnliches verwendet werden.

Blattschutz mit Jute

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Zum Schluß kommt noch der selbst gebaute Kasten aus Dachlatten und Folie darüber. Dieser ist genau auf die Beetumrandung zugeschnitten und kann in der Höhe noch erweitert werden. Den Kasten stelle ich nicht in der frostfreien Zeit über die Palme. Eine gutes und trockenes Ablüften der Palme ist ebenso wichtig, wie der Mulchschutz um die Wurzeln.

Winterschutzkasten über Trachycarpus wagnerianus

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Nach dem Winter 2011/2012

Der Winterschutzaufbau war für diese Trachycarpus wagnerianus ein Erfolg. Keine Schäden am Blatt und an den Wurzeln. Sie treibt jetzt im Mai schon das 2. Blatt und wird sicher diese Saison ordentlich an Blattmasse zulegen. Verblüffend ist, dass diese eher kleinere Palme keine Schäden hat und grössere Hanfpalmen (Trachycarpus fortunei) mit dem selben Schutzaufbau komplett entlaubt wurden. Die Standortbedingungen sind dem Standort der Th. wagnerianus gleich zusetzen. Es gibt wohl doch genetische Unterschiede selbst in der eigenen Art. Wobei diese Aussage nicht wissenschaftlich belegt ist und nur eine Vermutung ist.

Trachycarpus wagnerianus nach dem Winter 2011/2012


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Winterschutzaufbau an einer Yucca gloriosa

Die Yucca gloriosa sollte in unserem Klima eigentlich voll winterhart sein und ohne Schutzmaßnahmen die kalte Jahreszeit überstehen. Aus eigener Erfahrung kann ich aber berichten, dass zu nasse Winter dieser Yucca schwer zuschaffen macht. Dies kann so weit führen, dass die Hauptpflanze komplett verfault. Zu viel Feuchtigkeit und schwerer Schnee greifen das Stammgewebe an. Auch die extreme Vermehrung von Pilzen auf den Blättern ist ohne einen Schutz nicht auszuschliessen. Meist befällt dieser Pilz dann alle Blätter bis auf den Neuaustrieb und diese sollten dann rasch entfernt werden, um wenigsten den verbliebenen Rest zuerhalten. Eine einfache Schutzmaßnahme hilft der Pflanze ohne die oben aufgeführten Schäden durch den Winter zu kommen. Dieser ist leicht und schnell gebaut und kann im Frühling wieder zerlegt und Platzsparend gelagert werden. Ich verwende Dachlatten die es in jedem Baumarkt gibt. Säge diese auf Maß und schraube die Konstruktion zusammen. Als Dach dient bei mir eine Blechplatte welche an den Seiten etwas übersteht. Regen oder auch Schnee kann durch Wind auch seitlich an die zuschützende Pflanze wenn das Dach zu klein ist. Ein weiterer Vorteil ist die Last welche die Platte hat. Sie dient auch zur beschwerung und so kann nichts weg geweht werden. Welches Material sich nicht als Dachelement eignet ist Folie. Zum einem sammelt sich Regen-oder Tauwasser und die Folie dehnt sich sehr weit aus bis diese reisst. Zum anderen fehlt das Gewicht um die Konstruktion auch bei stärkeren Winden zuschützen. Eine Glasplatte auf der zum beschweren Steine oder ähnliches gelegt wird erfüllt den gleichen Zweck wie die Blechplatte. Den Schutz bringe ich meist schon im November an. Je trockener diese Yucca in den Winter geht, umso geringer ist die Gefahr von Schäden.

Yucca gloriosa mit Nässeschutz

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Die auf dieser Seite dokumentierten Winterschutzarten sind Beispiele, welche im Nord-Westen Deutschlands bisher als erfolgreiche Schutzmassnahmen angewendet wurden. Eine Garantie das diese auch in anderen Klimazonen den gewünschten Erfolg erzielen, kann ich nicht geben. Je nach Standort kann es erforderlich sein, dass ein passiver Schutz nicht ausreicht und aufwändiger geschützt werden muss. Bei Fragen zu den Winterschutzarten helfe ich gern. Kontaktiert mich via e-Mail, Gästebuch oder Handy.

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