Auf dieser Seite werden die Grundlagen für eine erfolgreiche Kultivierung exotischer Pflanzen beschrieben. Tipps zur Auswahl und zum Kauf dargestellt. Detailierte Informationen zur Bodenbeschaffenheit und Pflegehinweise vorgestellt. Gärtnereien, welche sich auf exotische Pflanzen spezialisiert haben, findet Ihr auf der “Link” Seite. Das Bildmaterial zu den Themen wird noch überarbeitet und von Zeit zu Zeit aktualisiert.
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Grundlagen der Freilandkultur von winterharten Palmen
Allgemeines über winterharte Palmen
Winterharte Palmen sind Pflanzen, welche die Fähigkeit haben, winterlichen Stress in unseren Breitengraden zu überleben und in der Regel ihren natürlichen Lebensraum in wärmeren Gebieten haben. Auch wenn die Bezeichnung “Winterhart” , einige Hobbygärtner dazu animiert diese Pflanzen ungeschützt im Winter sich selbst zu überlassen, so kann ich aus eigenen Erfahrungen davon abraten dies zu tun.Winterschutzmaßnahmen sollten an diesen Exoten immer im Winter angebracht werden. Der Verlust einer Pflanze, gleich welcher Größe oder Art wird durch kleine aber effektive Arbeiten mit Schutz minimiert. Die erforderlichen Winterschutzmaßnahmen sind auf der Seite “Winterschutz” zu finden.
Besonderheiten der Bedingungen und Pflege von winterharten Palmen beim Auspflanzen müssen dennoch beachtet werden.
Auswahl und Anschaffung winterharter Palmen
Bei der Anschaffung dieser Exoten muß darauf geachtet werden, das diese dann auch wirklich Winterhart und nicht Frosthart sind. Pflanzen die nur Frosthart sind, akklimatisieren sich im Grunde genauso wie Winterharte. Nur sind diese fast immer empfindlicher auf den Befall von Microorganismen wie Pilzen oder Bakterien bei feucht-kühlem Klima. Winterharte Pflanzen tolerieren das feucht-kühle Klima, jedoch kein stehendes Wasser. Die Akklimatisierung ist mit der wichtigste Bestandteil zur erfolgreichen Freilandkultur.
Nur wenn eine Palme im Frühjahr (April, Mai, spätestens Juni) ausgepflanzt wird, kann diese dann auch die Winterhärte aufbauen. Die beste Zeit für den Kauf von winterharten Palmen ist also das Frühjahr. Aus eigenen Erfahrungen möchte ich auch den Spätwinter (Februar) nennen. Viele meiner Palmen habe ich in dieser Zeit erworben und habe keine Verluste auf dem Transport- oder Postweg erlitten. Des weiteren musste ich auch feststellen das die Palmen in dieser Zeit, wesentlich preiswerter angeboten worden sind.
Weiterhin ist es wichtig, für den Standort im Garten die richtige Pflanze auszuwählen. Jeder Standort weißt unterschiedliche Einflüsse auf Bodenbeschaffenheit, Lichteinfall, Niederschläge, Wind und Temperaturen auf. Die genaue Anordnung der Exoten oder das zusammenstellen kleiner Palmenhaine ist dann, vorausgesetzt die Standorteinflüsse lassen dies zu, frei wählbar. Welche Palmenart man sich anschafft, unterliegt auch wieder dem Auspflanzstandort. In Küstennahen Gebieten ist es sinnvoll Palmen zu wählen die auch den häufig auftretenden Winden und Stürmen standhalten. Eine Trachycarpus fortunei wird nach einem Sturm nicht mehr die Ästhetische Form dieser schönen Palme besitzen. Da die Blätter dieser Schirmpalme nicht so steif und robust sind, ist es ratsam sich für eine Trachycarpus wagnerianus oder Chamaerops humilis zu entscheiden, die diese Merkmale erfüllt.
Bodenarten und Beschaffenheit
Für das optimale Wachstum dieser Exoten ist die Bodenbeschaffenheit sehr wichtig. Palmen bevorzugen einen gut drainierten Boden mit vielen Anteilen an Bodenpartikel. Diese Anteile sind entscheident für das Wurzelwachstum. Die Regulierung von Wasser- und Wärmehaushalt im Boden, beeinflusst das Wachstum der Palmen enorm.
Drei Arten findet man in unseren Breitengraden. Diese sind Sandböden, Lehmböden und Tonböden. Bei sehr schweren Böden, die zu viele Anteile von Lehm oder Ton aufweisen, sollte man den Boden aufbessern. Sandböden findet man an Orten mit größeren Flüssen und in der Nord-Westdeutschen Tiefebene.
Diese Bodenart ist sehr locker und kann schnell von Pflanzen durchwurzelt werden. Der Drainageeffekt ist sehr gut, da diese Böden das Wasser schnell ablaufen lassen. Lehmböden sind in bergigen Regionen zu finden. Diese Böden mit viel Lehmanteil verdichten zu schnell und verhindern so das tiefe Wurzelwachstum der Pflanzen. Lehmböden drainieren mäßig und sind je nach Witterung meist feucht. Tonböden kommen meist in kleineren Flusstälern und im Mittelgebirge vor. Diese Bodenart setzt sich aus sehr feinen Bodenpartikeln zusammen. Der Drainageeffekt ist sehr schlecht, da das Wasser nicht vollständig ablaufen kann. Diese Böden verdichten zu stark und es kann zur Schädigung der Wurzel kommen.
Pflege von winterharten Palmen
Die Pflegemaßnahmen unterscheiden sich zur normalen Gartenpflege in einigen wichtigen Punkten. Die Palmenpflege nimmt das ganze Jahr in Anspruch. Palmen sind nun mal keine Rhododendren-Gewächse, die man sich selbst überlassen kann. Im Frühjahr wenn die Temperaturen steigen und langsam wieder Leben in den Garten kommt, beginnt man damit den im letzten Herbst reichlich angehäuften Rindenmulch zu entfernen. Alte abgestorbene Blätter werden entfernt. Die Palme wird inspeziert und nach Schäden und Krankheiten, die durch Frost oder zu viel Feuchtigkeit entstanden sein können, untersucht. Bei einigen Exotenarten werden diese Schäden aber erst im Sommer durch das Wachstum sichtbar
Im Frühling kann auch wieder langsam damit begonnen werden die Palme zu gießen. Ich nehme dafür nur Regenwasser, da es der Außentemperatur entspricht und weicher ist als Leitungswasser. Den Gießvorgang wiederhole ich, sofern sich nicht Regen ankündigt jede Woche. Beim Gießen ist zu beachten das man nicht zu schwach aber auch nicht zu stark Wässert. Zu schwaches Gießen hat den Nachteil, das die Feuchtigkeit nicht tief genug ins Erdreich sinkt und so die feinen Wurzeln verkümmern. Bei zu starkem und zu häufigen Gießen geht man das Risiko der Wurzelfäule ein, die in den meisten Fällen die Palme absterben lassen. Ab den Monat Mai kann man die Palmen auch Düngen. Wobei man dies nur in der Wachstumsphase tun sollte um Zellschäden der Palme zu vermeiden. Diese können dann zu Frostschäden in den Wintermonaten führen. Düngen ist eigentlich nicht notwendig, da unsere Böden sehr nährstoffreich sind. Hakophos ” Grün ” oder ein Flüssigdünger (kein Langzeitdünger!) kann nun verwendet werden. Darauf ist zu achten das im Falle einer Düngung nur Kurzzeitdünger verwendet wird.
Düngen sollte man ab August nicht mehr, da die Palmen dann das Zellwachstum langsam abschließen, der zur Bildung der Winterhärte notwendig ist. Wenn es langsam Herbst wird und die Tage wieder kürzer werden beginnt man damit die Palmen zu Mulchen. Den Rindenmulch in einer Höhe von 20 cm und mehr um den Stammansatz aufbauen. Dies ist wichtig, da das Erdreich so vor tiefen Frösten und eindringender Feuchtigkeit geschützt wird. Die Wurzeln der Palmen sind auch der empfindlichste Teil, nach dem Vegetationspunkt (Palmenherz), und nicht so Winterhart wie der Stamm oder das Blattwerk. Um die Palme vor witterungsbedingter Nässe zu schützen kann man mit ein paar Dachlatten und Noppenfolie ein Verschlag bauen. Dieser sollte aber so tief wie möglich ins Erdreich versenkt werden, da im Winter auch Stürme auftreten können und eine nur leicht im Boden verankerte Konstruktion diesem nicht stand halten würde.
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